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EINBLICK
(mehr als nützlich, wenn man wissen möchte, worum es geht)
Hiermit wird das erste Kapitel (1) eines INTERAKTIVEN LATEINKURSES (2) für CD (oder auch on-line), basiert auf der für das Lateinische revolutionären Methode des dänischen Linguisten Hans Henning ØRBERG (in Internet auch ÖRBERG/ OERBERG/ ORBERG) vorgestellt.
Seine auf die lateinische Sprache angewandte Methode ist EINSPRACHIG LATEIN-LATEIN und ermöglicht das Unterrichten und Lernen ähnlich wie auf einem Moderne-Sprachen-Institut: mit Hilfe eines Sprachlehrers oder alleine.
Acht Jahr lang habe ich diese Methode für verschiedene Studentengruppen auf einem der Colegios Mayores (3) der Universität von Navarra (Pamplona, Spanien), gebraucht. Sie bewirkte eine ausreichende Beherrschung zum Verstehen von relativ komplexen lateinischen Texten aus dem IV. Jahrhundert und später, die am Ende des Kurses behandelt wurden, und zwar nach dem Durcharbeiten von kaum der Hälfte der Methode.
Natürlich ist die ØRBERG-METHODE in erster Linie für das Erlernen des klassischen Lateins gedacht, das spätere Latein ist jedoch leicht hinzuzufügen.
Angewandte Zeit: Rund viereinhalb Semester pro Gruppe mit drei wöchentlichen Unterrichtsstunden, wobei es sich immer um Studenten handelte, die sporadisch über kürzere oder längere Zeit Unterricht in lateinischer Grammatik genossen hatten.
Dabei ist jedoch zu bemerken, dass das genannte erreichte Niveau stark von den jeweiligen Vorkenntnissen der Studenten abhängig war. Um darüberhinaus noch den Lernrhythmus etwas zu beschleunigen, wurden ab und zu, jedoch selten, grammatische Erläuterungen vorgezogen.
- KOMMUNIKATIONSSPRACHE LATEIN (mit einigen Ausnahmen). Auf diese Weise wird der Umgang mit der Sprache nach einigen Monaten natürlich, wie auch der Wunsch, sich immer besser in ihr auszudrücken. Dadurch war es möglich, das Lernen stark zu beschleunigen. - DER GEBRAUCH VON AKTUALISIERTEM LATEIN, und zwar auf Basis des vatikanischen Lexicon Recentis Latinitatis (4).
Das auffallendste Resultat des auf Latein gegebenen Kurses bei den Studenten waren die „lateinischen Denk- und Sprachstrukturen“ (5), beobachtbar an:
a) der Automatisierung des freien Sprechens: Die mentale Übersetzung aus der Muttersprache machte langsam dem spontanen Hervortreten des Lateins Platz, was ja eine der vorzüglichsten Eigenschaftem bei dem Erlernen moderner Sprachen in den heutigen Sprachinstituten ist;
b) komplexere Texte wie die aus dem IV. Jahrhundert und später, die am Ende des Kurses behandelt wurden, waren für die Studenten ziemlich gut verständlich, obwohl sie noch nie zuvor mit vergleichbarem Material gearbeitet hatten.
1. Möglichkeit zu reinem Selbststudium, da die Methode die außerordentliche Eigenschaft besitzt, neues Vokabular und grammatischen Stoff durch den Zusammenhang deutlich zu machen. Dazu fügt sich die Selbstüberprüfung der Erlernten. 2. Erwerb der genannten lateinischen Denk- und Sprachstrukturen, da die Methode zwingt, auf Lateinisch zu denken.
3. Lateinische Vorkenntnisse sind keinesfalls nötig, da der Kurs von der völligen Unvertrautheit mit dem Lateinischen ausgeht.
4. Der Lernprozess ist intuitiv und graduell.
5. Falls nötig können Themen der Grammatik durch einen eventuellen Lehrer eingeblendet werden, um den Lernprozess bei Mangel an Zeit etwas zu beschleunigen. Besonders viel darf man sich von diesen Unterbrechungen jedoch nicht versprechen.
6. Mögliche Vorkenntnisse des Lateinischen beschleunigen zwar das Lernen, doch ist es keinesfalls anzuraten, auch nur eine einzige der Lektionen zu überschlagen, da sonst die Aneignung der genannten lateinischen Denkstrukturen gefährdet wäre.
7. Es sind keine entmutigende „grammatischen Steilhänge“ zu erklimmen.
8. Erstes Ziel der Methode ist selbstverständlich, mit dem klassischen Latein vertraut zu werden, was ein besonders guter Ausgangspunkt ist, um sich daneben oder danach das nachklassische anzueignen wie z. B. das philosophische, mittelalterliche, wissenschaftliche und das aktualisierte .
9. Der Lehrer kann mit Hilfe des oben genannten aktualisierten Lateins seine Erklärungen mit Beispielen aus der Gegenwart und dem täglichen Leben bereichern, was das Studium besonders attraktiv machen kann.
10. Die Fähigkeit, Latein auch im täglichen Umgang anzuwenden, erscheint fast unbewusst und von selbst und wirkt sehr motivierend.
11. Die Methode wird als angenehm erfahren.
12. Stunden für persönlichen Unterricht werden wohl in manchen Fällen unerlässlich bleiben, um beim Selbststudium entstandene Fragen zu beantworten.
13. Die Methode erlaubt es, die LATEINISCHE AUSSPRACHE der Lektionen ANZUHÖREN, wodurch die korrekte Akzentuierung der lateinischen Vokabeln unmittelbar erlernt werden kann.
Jede Lektion ist in mehrere Teile gegliedert, die getrennt voneinander als Einheiten in Angriff genommen werden können. Je nach den möglichen Vorkenntnissen der lateinischen Sprache, erfordern diese Einheiten eine Studienzeit von zwischen ungefähr 20 bis 30 Minuten. Besonders hervorzuheben ist, dass dabei nie der Eindruck der Langeweile entsteht.
DIESER LEKTION sind KLANGBESTÄNDE zugefügt. · Eine mit der so genannten „KLASSISCHEN AUSSPRACHE“ des Lateinischen (Pronuntiatio classica), die versucht, der Aussprache Roms zu jener Zeit so weit wie möglich nahe zu kommen, was einige Variationen zulässt (6). · Die andere mit der „KIRCHLICH-RÖMISCHEN AUSSPRACHE“ (Pronuntiatio Ecclesiastica Romana), die innerhalb der Katholischen Kirche als offiziell gilt.
Es ist äußerst nützlich, zu Anfang jedes Studienjahres eine kurze, aber intensive Einführung in das mehr als 3000 Jahre historische Kulturerbe der westlichen Welt zu geben. Dies kann die Motivierung und das Verständnis für den Sinn des Erlernens der lateinischen Sprache erheblich erhöhen.
SCHLIESSLICH wäre noch zu bemerken, dass ich noch nie zuvor Studenten erlebt hatte, die sich mit solcher Begeisterung dem Studium der lateinischen Sprache gewidmet haben. Nach Erfahrung mit vielerlei lateinischer Sprachmethoden ist meiner Meinung nach die „Methode ØRBERG“ heutzutage kaum zu übertreffen, sowohl was die Methodik als auch ihre Eignung zu einem CD oder auch on-line Kurs angeht. (Siehe auch die kurze Bemerkung auf englisch eines französichen Latinisten).
Pamplona-Madrid, 1-7-2011
DDr. Johannes Schoutsen
(1) Der Informatisierungsprozess wurde von Herrn Dr. Paul Miller vom SPRACHENINSTITUT der Universität von Navarra (Pamplona, Spanien) vorgenommen, ohne dessen Programmierungskenntnisse und Mitarbeit dieser EINBLICK unmöglich gewesen wäre. Ich bin ihm besonders dankbar für seine ausgezeichneten Vorschläge und große Geduld.
(2) Ausgabe von 2009: LINGVA LATINA PER SE ILLVSTRATA© in 2 Bänden: I. FAMILIA ROMANA (XXXV Kapitel, 328 Seiten); II. ROMA AETERNA (XX Kapitel, 424 Seiten). Für weitere Werke des Autors: Siehe unsere ANFANGSSEITE unter: PRAESENTATIO LIBRORVM AVCTORIS. Bücher und CDs für deutschsprachige Länder: www.antike-zum-begreifen.de // amazon.de Über den Autor: en.wikipedia (englisch)
(3) Die Colegios Mayores -in gewisser Weise den englischen Colleges ähnlich- sind in die Universitäten Spaniens eingegliedert und haben eine Tradition von rund 500 Jahren.
(4) Erste italienische Ausgabe: Italiano-Latino, „Libraria Editora Vaticicana“ (Libreria Editrice Vaticana), Vatikanstadt 1992; neue Ausgabe 2003; deutsche Ausgabe: Deutsch-Latein, Antiquariat GmbH 1998 und Klett Verlag GmbH, Stuttgart 2001. - Diesen Ausgaben wurde bewusst Vorrang gewährt, weil die lateinischen Wörterbücher des Vatikans, -würde man den deutschsprachigen Kulturraum zum Vergleich nehmen-, gewissermaßen die Funktion eines Duden für die lateinische Sprache einnehmen. Die darin angegebenen Lösungen genießen daher sicherlich den Vorzug vor anderen möglichen, (z. B. wurde für die Übersetzung des Wortes Terrorismus „tromocratia“ gewählt, statt des ebenso möglichen „terrorismus“). Jedes andere Wörterbuch für aktualisiertes Latein beruht schließlich, im Gegensatz zum Lexicon Recentis... ausschließlich auf der, wenn auch ansehnlichen Autorität der Person des jeweiligen Urhebers.
- Das Latein ist die offizielle Sprache des Heiligen Stuhls (Sancta Sedes) für die Gesamtzahl der über einer Milliarde katholischen Christen der Welt für seine „authentischen Verlautbarungen“ (editiones typicae, d. h. die endgültigen gültigen Dokumente), von Ausnahmen abgesehen. Ein deutliches Beispiel dafür waren die Phasen der Veröffentlichung des Katechismus der Katholischen Kirche, (editio typica von 1997) nach einer vorläufigen Fassung auf französisch im Jahre 1992. (Vid. Catechismus Catholicae Ecclesiae ).
- Dazu kommt, dass das Lateinische von vielen, hauptsächlich christlichen Autoren ununterbrochen und systematisch aktualisiert wurde (siehe z. B. die theologischen und philosophischen Wortschöpfungen des Theologen Tertullian im 2. Jh. n. Chr.) und noch bis zum heutigen Tage wird. Deshalb wäre es unrichtig, es als tote Sprache zu bezeichnen. Sein Status ist vielmehr mit dem Hebräischen zu vergleichen, bevor es Anfang des 20. Jh. wieder zur gesprochen Sprache mit neuen Muttersprachlern wurde.
(5) Mit „lateinischen Denk- und Sprachstrukturen“ ist die Fähigkeit gemeint, Neuerlerntes immer schneller und automatischer zu wiederholen. Neurologische Basis dafür sind neue Synapsenengramme des Nervensystems, zur Genüge beschrieben in der einschlägigen medizinischen Fachliteratur.
(6) Empfelenswert ist die klassische Aussprache der internationalen Nachrichten auf Latein - NVNTII LATINI - von Radio Finnland (Yle Suomi); ebenso die lateinischen Nachrichten von radiobremen.de. Zum Erlernen der kirchlich-römischen Aussprache stehen die Aufnahmen von Gregorianischem Gesang von Radio Vaticana, Abteilung: Liturgical Broadcasts (Laudes / Vesperae / Completorium) zur Verfügung. Auch seine Nuntii Latini sind dort zu lesen und anzuhören (Format mp3).